Best Practices in Print Marketing

Speisekarte gestalten: Tipps für Restaurants, Cafés und Bars

Eine gute Speisekarte sollte Gästen helfen, schnell zu verstehen, was Sie anbieten, passende Gerichte oder Getränke zu finden und eine Entscheidung zu treffen – mit einer klaren Struktur, gut lesbaren Preisen, verständlichen Beschreibungen und einem Design, das zu Ihrem Restaurant, Café oder Ihrer Bar passt.

Eine Speisekarte ist mehr als eine Liste von Gerichten und Preisen.

Sie gehört zu den wenigen Marketingmaterialien, die fast jeder Gast tatsächlich liest.

Ein Gast setzt sich.

Nimmt die Karte in die Hand.

Schaut sich Kategorien an.

Vergleicht Gerichte.

Liest Beschreibungen.

Prüft Preise.

Und entscheidet.

Das Design sollte diesen Prozess einfacher machen – nicht komplizierter.

Eine schöne Speisekarte, auf der niemand schnell findet, was er sucht, hat ihr wichtigstes Ziel verfehlt.

Deshalb beginnt gutes Speisekarten-Design nicht mit Farben oder Schriftarten.

Es beginnt mit der Frage:

Wie findet der Gast schnell das richtige Angebot?

 

1. Beginnen Sie mit der Struktur, nicht mit dem Design

Öffnen Sie nicht zuerst Ihr Designprogramm.

Schreiben Sie zunächst alle Gerichte und Getränke auf und teilen Sie diese in sinnvolle Kategorien ein.

In einem Restaurant könnte das beispielsweise so aussehen:

Vorspeisen

Salate

Pasta

Hauptgerichte

Desserts

Getränke

Ein Café könnte dagegen verwenden:

Frühstück

Kaffee

Tee

Kalte Getränke

Kuchen & Gebäck

Snacks

Eine Bar wiederum:

Signature Cocktails

Classic Cocktails

Wein

Bier

Alkoholfreie Getränke

Snacks

Die Kategorien sollten der Art entsprechen, wie Gäste tatsächlich nach Angeboten suchen.

 

2. Geben Sie den wichtigsten Kategorien klare Überschriften

Ein Gast sollte nicht jeden Eintrag lesen müssen, um herauszufinden, wo die Hauptgerichte beginnen.

Verwenden Sie eine deutliche visuelle Hierarchie.

Zum Beispiel:

PASTA

Tagliatelle al Ragù

Rinderragù, Tomate, Parmesan
18,50 €

Linguine al Limone

Zitrone, Parmesan, Petersilie
16,90 €

Penne all’Arrabbiata

Tomate, Chili, Knoblauch
14,50 €

Die Kategorie ist sofort erkennbar.

Der Name des Gerichts folgt.

Dann die Beschreibung.

Dann der Preis.

Jedes Element hat eine klare Aufgabe.

 

3. Überladen Sie die Karte nicht

Mehr Auswahl klingt zunächst nach einem Vorteil.

Aber auf einer Speisekarte bedeutet mehr Auswahl auch mehr Informationen, die der Gast verarbeiten muss.

Wenn eine Kategorie sehr viele Gerichte enthält, fragen Sie:

Sind alle diese Optionen notwendig?

Werden alle regelmäßig bestellt?

Gibt es sehr ähnliche Gerichte?

Könnten saisonale Angebote separat präsentiert werden?

Eine übersichtlichere Speisekarte kann Gästen die Orientierung erleichtern und gleichzeitig mehr Raum für die wichtigsten Gerichte schaffen.

Das bedeutet nicht, dass jedes Restaurant eine kleine Karte braucht.

Ein umfangreiches Restaurantkonzept benötigt möglicherweise viele Positionen.

Dann wird die Organisation umso wichtiger.

 

4. Entwickeln Sie eine klare Informationshierarchie

Nicht alles auf der Speisekarte sollte gleich groß sein.

Stellen Sie sich vor, Sie sehen:

PASTA

Spaghetti Carbonara

Guanciale, Ei, Pecorino, schwarzer Pfeffer

17,90 €

Ihr Auge sollte diese Informationen ungefähr in dieser Reihenfolge wahrnehmen:

  1. Kategorie
  2. Gericht
  3. Beschreibung
  4. Preis

Wenn Beschreibung, Gericht und Preis dieselbe Schriftgröße, Schriftstärke und Farbe haben, muss der Gast stärker suchen.

Gutes Design macht die Hierarchie sichtbar.

 

5. Schreiben Sie Gerichtsnamen, die verständlich sind

Kreative Namen können Teil eines Restaurantkonzepts sein.

Aber der Gast sollte trotzdem verstehen, was er bestellt.

Ein Name wie:

Sommernacht

klingt interessant.

Aber was ist es?

Cocktail?

Dessert?

Salat?

Eine kurze Beschreibung löst das Problem:

Sommernacht
Gin, Holunderblüte, Zitrone, Gurke

Jetzt kann der Gast entscheiden.

Dasselbe gilt für fremdsprachige oder wenig bekannte Gerichte.

Sie müssen traditionelle Namen nicht ersetzen.

Erklären Sie einfach kurz, was dahintersteckt.

 

6. Schreiben Sie Beschreibungen, die informieren

Eine gute Beschreibung beantwortet die wichtigsten Fragen, ohne einen ganzen Absatz zu benötigen.

Zum Beispiel:

Risotto ai Funghi
Cremiges Risotto mit Pilzen, Parmesan und frischen Kräutern

Das ist hilfreicher als:

Unser köstliches, unwiderstehliches Risotto, liebevoll zubereitet aus den allerbesten Zutaten.

Konkrete Informationen sind häufig stärker als allgemeine Adjektive.

Statt:

Leckerer hausgemachter Burger

könnten Sie schreiben:

Rindfleisch, Cheddar, karamellisierte Zwiebeln, hausgemachte Sauce

Der Gast erfährt tatsächlich etwas über das Gericht.

 

7. Halten Sie Beschreibungen konsistent

Wenn ein Gericht so beschrieben wird:

Tomate, Mozzarella, Basilikum

und das nächste:

Unser unglaublich leckerer Klassiker wird täglich frisch in unserer Küche mit ausgewählten Zutaten für Sie zubereitet.

entsteht ein unruhiges Gesamtbild.

Entscheiden Sie sich für einen Stil.

Zum Beispiel:

Zutatenorientiert

Tomate, Mozzarella, Basilikum, Olivenöl

oder:

Kurze Sätze

Hausgemachte Pasta mit Pilzen, Parmesan und frischen Kräutern.

Beides kann funktionieren.

Konsistenz macht die Karte leichter lesbar.

 

8. Preise sollten leicht zu finden sein

Gäste möchten Preise nicht suchen müssen.

Verwenden Sie deshalb eine konsistente Darstellung.

Zum Beispiel:

Margherita
Tomate, Mozzarella, Basilikum
12,50 €

Prosciutto
Tomate, Mozzarella, Prosciutto
15,50 €

Verdure
Tomate, gegrilltes Gemüse, Mozzarella
14,50 €

Vermeiden Sie wechselnde Positionen oder unterschiedliche Preisformate innerhalb derselben Karte.

Wenn Sie „12,50 €“ verwenden, sollten andere Preise nicht plötzlich als „15.5“ oder „14,-“ erscheinen, sofern es dafür keinen bewussten Grund gibt.

 

9. Wählen Sie gut lesbare Schriftarten

Eine elegante Schrift ist wenig wert, wenn Gäste sie kaum lesen können.

Das gilt besonders in Restaurants und Bars mit gedämpfter Beleuchtung.

Dekorative Schriften können gut für:

  • Restaurantnamen,
  • große Überschriften,
  • einzelne Akzente

funktionieren.

Für:

  • Gerichtsnamen,
  • Beschreibungen,
  • Preise,
  • Zusatzinformationen

sollte die Lesbarkeit Priorität haben.

Eine praktische Kombination ist:

charakteristische Schrift für Überschriften

  •  

ruhige, gut lesbare Schrift für den eigentlichen Inhalt

Verwenden Sie außerdem nicht zu viele verschiedene Schriftarten.

Zwei gut kombinierte Schriften reichen für viele Speisekarten vollkommen aus.

 

10. Denken Sie an die tatsächliche Lesegröße

Eine Speisekarte wird nicht auf einem 27-Zoll-Monitor gelesen.

Sie wird auf einem Tisch gelesen.

Bei möglicherweise gedämpftem Licht.

Von Menschen unterschiedlichen Alters.

Deshalb sollten Sie Ihre Gestaltung unbedingt in Originalgröße testen.

Drucken Sie einen Entwurf aus.

Setzen Sie sich an einen Tisch.

Legen Sie ihn vor sich.

Und lesen Sie die Karte so, wie ein Gast sie lesen würde.

Fragen Sie:

Kann ich die Kategorien sofort erkennen?

Sind die Preise gut lesbar?

Sind Beschreibungen zu klein?

Muss ich mich über die Karte beugen?

Ein Layout kann auf dem Bildschirm elegant wirken und gedruckt trotzdem zu klein sein.

 

11. Lassen Sie genügend Freiraum

Nicht jede freie Fläche muss gefüllt werden.

Freiraum hilft dabei, einzelne Gerichte voneinander zu trennen.

Vergleichen Sie:

Burger Classic – Rindfleisch, Cheddar, Salat, Tomate 15,90 € Burger BBQ – Rindfleisch, Bacon, Cheddar, BBQ-Sauce 17,50 € Veggie Burger – Gemüsepatty, Salat, Tomate 14,90 €

mit:

Burger Classic
Rindfleisch, Cheddar, Salat, Tomate
15,90 €

Burger BBQ
Rindfleisch, Bacon, Cheddar, BBQ-Sauce
17,50 €

Veggie Burger
Gemüsepatty, Salat, Tomate
14,90 €

Der Inhalt ist nahezu identisch.

Die Lesbarkeit nicht.

 

12. Nutzen Sie Farben gezielt

Ihre Speisekarte sollte zum visuellen Auftritt des Restaurants passen.

Ein modernes Café könnte mit warmen neutralen Tönen arbeiten.

Eine Cocktailbar vielleicht mit dunkleren Farben und starken Akzenten.

Ein mediterranes Restaurant könnte andere Farben wählen als ein minimalistisches Fine-Dining-Konzept.

Die entscheidende Frage lautet nicht:

Welche Farben sehen auf Speisekarten gut aus?

Sondern:

Welche Farben passen zu unserer Marke und bleiben gut lesbar?

Kontrast ist dabei besonders wichtig.

Hellgrauer Text auf weißem Hintergrund mag auf dem Monitor subtil aussehen.

Bei schlechter Restaurantbeleuchtung kann er schwierig zu lesen sein.

 

13. Verwenden Sie Fotos nur, wenn sie wirklich helfen

Muss eine Speisekarte Fotos enthalten?

Nein.

Fotos können hilfreich sein, wenn sie:

  • appetitlich,
  • professionell,
  • aktuell,
  • konsistent

sind.

Schlechte Fotos können dagegen genau das Gegenteil bewirken.

Besonders problematisch ist eine Mischung aus:

professionellen Fotos,

Handybildern,

Stockfotos

und Bildern mit völlig unterschiedlicher Beleuchtung.

Wenn Sie Bilder einsetzen, sollte ein Gast möglichst eine realistische Vorstellung davon bekommen, was ihn erwartet.

Und nicht jedes Gericht benötigt ein Foto.

Einige starke Bilder können wirkungsvoller sein als zwanzig kleine.

 

14. Heben Sie Besonderheiten bewusst hervor

Vielleicht gibt es Gerichte, für die Ihr Restaurant bekannt ist.

Oder eine Spezialität des Hauses.

Diese können visuell hervorgehoben werden.

Zum Beispiel mit:

EMPFEHLUNG DES HAUSES

oder:

HAUSSPEZIALITÄT

oder einem kleinen grafischen Symbol.

Aber Vorsicht:

Wenn zehn von zwölf Gerichten als „Empfehlung“ markiert sind, ist nichts mehr besonders.

Hervorhebungen funktionieren nur, wenn sie gezielt eingesetzt werden.

 

15. Machen Sie vegetarische und vegane Optionen leicht erkennbar

Wenn Gäste bestimmte Ernährungspräferenzen haben, sollten sie relevante Gerichte möglichst schnell finden können.

Eine einfache Kennzeichnung kann helfen.

Zum Beispiel:

V – vegetarisch

VG – vegan

Sie können auch kleine Symbole verwenden.

Wichtig ist, dass die Bedeutung klar erklärt wird.

Verwenden Sie nicht fünf verschiedene Icons, ohne irgendwo zu erklären, wofür sie stehen.

 

16. Allergene und Pflichtinformationen mitdenken

Bei Speisekarten geht es nicht ausschließlich um Design.

Gastronomiebetriebe müssen auch die jeweils geltenden Anforderungen an Verbraucherinformationen berücksichtigen.

Dazu können beispielsweise Angaben zu bestimmten Allergenen und weiteren kennzeichnungspflichtigen Informationen gehören.

Diese Anforderungen können von Produkt, Angebotsform und geltender Rechtslage abhängen.

Planen Sie deshalb bereits beim Aufbau der Karte ausreichend Platz für notwendige Kennzeichnungen ein und prüfen Sie die aktuellen Vorgaben für Ihren Betrieb.

Rechtliche Pflichtinformationen sollten nicht erst hinzugefügt werden, nachdem das gesamte Design bereits fertiggestellt wurde.

 

17. Speisekarten für Restaurants anders denken als für Cafés

Nicht jedes Gastronomiekonzept braucht dieselbe Kartenstruktur.

Restaurant

Eine klassische Struktur könnte sein:

Vorspeisen

Suppen & Salate

Hauptgerichte

Beilagen

Desserts

Getränke

Café

Hier könnte die Reihenfolge stärker dem Tagesablauf folgen:

Frühstück

Kaffee

Tee

Kalte Getränke

Kuchen

Gebäck

Snacks

Bar

Bei einer Bar kann die Getränkekategorie im Mittelpunkt stehen:

Signature Cocktails

Klassiker

Spritz

Wein

Bier

Alkoholfrei

Snacks

Die Struktur sollte dem entsprechen, weshalb Gäste hauptsächlich zu Ihnen kommen.

 

18. Speisekarte für ein Café: Kaffee nicht unnötig kompliziert machen

Ein Café kann schnell sehr viele Varianten anbieten.

Espresso.

Doppelter Espresso.

Americano.

Cappuccino.

Flat White.

Latte.

Hafermilch.

Extra Shot.

Sirup.

Iced.

Groß.

Klein.

Wenn jede Kombination als eigener Eintrag erscheint, wird die Karte schnell lang.

Eine übersichtlichere Struktur könnte sein:

KAFFEE

Espresso — 2,50 €
Doppelter Espresso — 3,50 €
Americano — 3,50 €
Cappuccino — 4,20 €
Flat White — 4,50 €
Latte — 4,50 €

Extras

Haferdrink +0,50 €
Extra Shot +1,00 €
Sirup +0,50 €

So versteht der Gast das System schneller.

 

19. Speisekarte für Bars: Helfen Sie Gästen bei der Auswahl

Nicht jeder Gast kennt die Zutaten jedes Cocktails.

Eine kurze Beschreibung kann deshalb besonders hilfreich sein.

Statt nur:

Midnight Garden — 14 €

könnten Sie schreiben:

Midnight Garden
Gin, Holunderblüte, Gurke, Zitrone
14 €

Oder Sie ergänzen eine kurze Geschmacksrichtung:

Midnight Garden
Gin, Holunderblüte, Gurke, Zitrone
frisch · floral
14 €

Das gibt Gästen zusätzliche Orientierung, ohne eine lange Erklärung zu benötigen.

 

20. Nutzen Sie unterschiedliche Karten, wenn eine Karte zu viel leisten muss

Ihre Hauptspeisekarte muss nicht jede Information enthalten.

Sie könnten separate Materialien verwenden für:

  • Frühstück,
  • Mittagskarte,
  • Abendkarte,
  • Getränke,
  • Cocktails,
  • Desserts,
  • saisonale Angebote,
  • Tagesgerichte,
  • Veranstaltungen.

Das kann übersichtlicher sein, als eine einzige Karte mit sehr vielen Seiten und Kategorien zu erstellen.

Für kurzfristige oder saisonale Angebote können beispielsweise kleinere Karten oder Flyer ergänzend eingesetzt werden.

 

Gedruckte Speisekarte oder QR-Code?

QR-Codes sind praktisch.

Gedruckte Speisekarten ebenfalls.

Die beiden Formate müssen nicht miteinander konkurrieren.

Gedruckte Speisekarte

Vorteile:

  • sofort verfügbar,
  • kein Smartphone erforderlich,
  • physischer Teil des Restauranterlebnisses,
  • mehrere Personen können gleichzeitig schauen,
  • kann bewusst zum Ambiente gestaltet werden.

Digitale Speisekarte per QR-Code

Vorteile:

  • kann je nach technischem System schneller aktualisiert werden,
  • kann zusätzliche Informationen enthalten,
  • benötigt weniger physische Karten,
  • kann auf weitere digitale Inhalte verlinken.

Eine mögliche Lösung ist die Kombination:

Gedruckte Hauptkarte

  •  

QR-Code für zusätzliche oder aktuelle Informationen

Zum Beispiel:

Aktuelle Wochenkarte ansehen →

[QR-Code]

Der QR-Code sollte einen klaren Zweck haben.

Nicht einfach:

SCAN ME

sondern:

Aktuelle Tagesgerichte ansehen

oder:

Getränkekarte öffnen

 

Wie sollte ein QR-Code auf der Speisekarte platziert werden?

Wenn Sie einen QR-Code verwenden:

  • geben Sie ihm ausreichend Platz,
  • sorgen Sie für guten Kontrast,
  • platzieren Sie ihn nicht über einem unruhigen Foto,
  • erklären Sie, wohin er führt,
  • testen Sie ihn auf mehreren Smartphones,
  • prüfen Sie den Link vor dem Druck.

Ein gedruckter QR-Code mit falschem Link lässt sich nicht einfach per Mausklick korrigieren.

Deshalb sollte die Zielseite vor der finalen Bestellung getestet werden.

 

Preise ändern sich – planen Sie das Design entsprechend

Restaurants und Cafés müssen ihre Karten häufiger aktualisieren als viele andere Printprodukte.

Gerichte ändern sich.

Zutaten ändern sich.

Preise ändern sich.

Saisonale Angebote kommen und gehen.

Das sollte bereits beim Design berücksichtigt werden.

Vermeiden Sie beispielsweise ein Layout, bei dem jede kleine Preisänderung dazu führt, dass eine komplette Seite neu gestaltet werden muss.

Ein konsistentes System macht spätere Aktualisierungen leichter.

 

Saisonale Gerichte müssen nicht in die Hauptkarte

Ein Restaurant bietet im Herbst beispielsweise zusätzlich:

Kürbissuppe

Pilzrisotto

Wildgericht

Apfeldessert

Statt die komplette Hauptkarte neu aufzubauen, kann eine kleine saisonale Karte verwendet werden.

Zum Beispiel:

HERBSTKARTE

Kürbiscremesuppe
Kürbiskerne · Kräuteröl
8,50 €

Pilzrisotto
Waldpilze · Parmesan · Kräuter
18,50 €

Apfeltarte
Vanille · Mandeln
8,00 €

Das gibt saisonalen Gerichten sogar zusätzliche Aufmerksamkeit.

 

Nutzen Sie die Rückseite sinnvoll

Wenn Ihre Speisekarte eine Rückseite hat, muss dort nicht zwangsläufig eine weitere lange Liste stehen.

Sie kann beispielsweise genutzt werden für:

Über uns

Öffnungszeiten

Website

Social Media

QR-Code

Reservierungsinformationen

oder eine kurze Markengeschichte.

Zum Beispiel:

Seit 2012 kochen wir in unserem Familienrestaurant mit saisonalen Zutaten aus der Region.

Ein einziger Satz kann mehr Persönlichkeit vermitteln als ein langer Unternehmensabsatz.

 

Sollte die Speisekarte eine Geschichte über das Restaurant erzählen?

Nur wenn es tatsächlich etwas Relevantes zu erzählen gibt.

Eine kurze Geschichte kann besonders bei:

  • Familienrestaurants,
  • traditionellen Betrieben,
  • regionalen Konzepten,
  • Restaurants mit besonderer Herkunft,
  • Cafés mit eigener Rösterei,
  • Restaurants mit eigener Produktion

interessant sein.

Aber halten Sie sie kurz.

Die Gäste sind in erster Linie gekommen, um auszuwählen, was sie essen oder trinken möchten.

Die Geschichte sollte die Karte ergänzen, nicht dominieren.

 

Speisekarten-Design für unterschiedliche Restaurantkonzepte

Das gleiche Layout passt nicht zu jedem Betrieb.

Fine Dining

Kann profitieren von:

  • viel Freiraum,
  • reduzierter Typografie,
  • wenigen visuellen Elementen,
  • klarer Hierarchie.

Familienrestaurant

Braucht möglicherweise:

  • besonders klare Kategorien,
  • leicht verständliche Beschreibungen,
  • gut sichtbare Preise,
  • separate Kinderoptionen.

Café

Kann stärker mit:

  • lockerer Typografie,
  • Illustrationen,
  • Tagesangeboten,
  • Kaffee- und Kuchenkategorien

arbeiten.

Cocktailbar

Kann:

  • dunklere Gestaltung,
  • charakteristische Typografie,
  • Geschmacksbeschreibungen,
  • klare Getränkekategorien

nutzen.

Fast-Casual-Restaurant

Hier ist Geschwindigkeit besonders wichtig.

Gerichte, Varianten und Preise sollten extrem schnell erfasst werden können.

 

Speisekarte und Markenauftritt zusammenbringen

Ihre Speisekarte sollte nicht wie ein völlig anderes Unternehmen aussehen.

Wenn Ihr Restaurant bereits:

  • Logo,
  • Markenfarben,
  • bestimmte Schriftarten,
  • Bildstil,
  • charakteristische Gestaltungselemente

verwendet, sollten diese Elemente auch in der Karte auftauchen.

Der Gast erlebt Ihre Marke an mehreren Stellen:

Außenbeschilderung.

Website.

Social Media.

Innenraum.

Visitenkarten.

Speisekarte.

Diese Kontaktpunkte müssen nicht identisch aussehen.

Aber sie sollten zusammengehören.

 

Denken Sie über das Format nach, nachdem die Inhalte feststehen

Wie groß sollte eine Speisekarte sein?

Darauf gibt es keine universelle Antwort.

Das richtige Format hängt davon ab:

  • wie viele Gerichte Sie anbieten,
  • wie lang die Beschreibungen sind,
  • ob Bilder verwendet werden,
  • wie viele Kategorien vorhanden sind,
  • ob eine oder mehrere Seiten benötigt werden,
  • wie die Karte am Tisch verwendet wird.

Ein kleines Café mit zwölf Produkten benötigt ein anderes Format als ein Restaurant mit umfangreicher Speise- und Getränkekarte.

Versuchen Sie nicht, 60 Gerichte in ein Format zu pressen, das eigentlich für 20 geeignet wäre.

Wenn Sie die Schrift immer kleiner machen müssen, ist wahrscheinlich nicht die Schrift das Problem.

Das Format oder die Informationsmenge ist es.

 

Ein Beispiel: Vorher und nachher

Stellen wir uns eine schlecht strukturierte Cafékarte vor:

Kaffee 2,50 €, Cappuccino 4 €, Kuchen 4,50 €, Sandwich 7 €, Tee 3 €, Latte 4,50 €, Croissant 3 €, Orangensaft 4 €, Espresso 2,50 €, Avocado Toast 9 €, Flat White 4,50 € …

Alle Informationen sind vorhanden.

Aber der Gast muss sie suchen.

Jetzt strukturieren wir dieselben Angebote:

FRÜHSTÜCK

Avocado Toast
Avocado · Sauerteigbrot · Tomate
9,00 €

Croissant
Buttercroissant
3,00 €

KAFFEE

Espresso — 2,50 €
Cappuccino — 4,00 €
Flat White — 4,50 €
Latte — 4,50 €

TEE & KALTE GETRÄNKE

Tee — 3,00 €
Orangensaft — 4,00 €

KUCHEN & SNACKS

Kuchen des Tages — 4,50 €
Sandwich des Tages — 7,00 €

Das Angebot hat sich kaum verändert.

Die Entscheidung für den Gast schon.

 

Prüfen Sie Ihre Speisekarte aus Sicht eines neuen Gastes

Sie kennen Ihre Speisekarte auswendig.

Ihre Gäste nicht.

Das macht Sie selbst zu einem schwierigen Tester.

Bitten Sie deshalb jemanden, der die Karte nicht kennt, fünf einfache Aufgaben zu erledigen.

Zum Beispiel:

Finden Sie ein vegetarisches Hauptgericht.

Was kostet der Cappuccino?

Welche Desserts gibt es?

Gibt es alkoholfreie Cocktails?

Wie findet man Informationen zu Allergenen?

Beobachten Sie, wie lange die Person benötigt.

Wenn bestimmte Informationen immer wieder gesucht werden müssen, ist möglicherweise die Struktur das Problem.

 

Vor dem Druck: Diese Details prüfen

Bevor Sie Ihre Speisekarten bestellen, gehen Sie jeden Eintrag noch einmal durch.

Prüfen Sie insbesondere:

Gerichtsnamen

Sind alle Schreibweisen korrekt?

Preise

Sind die aktuellen Preise eingetragen?

Beschreibungen

Stimmen Zutaten und Zubereitung?

Kategorien

Steht jedes Gericht an der richtigen Stelle?

Kennzeichnungen

Sind notwendige Hinweise und Informationen berücksichtigt?

QR-Codes

Funktionieren alle Links?

Kontaktinformationen

Sind Website, Social Media oder Telefonnummer korrekt?

Layout

Sind alle Texte gut lesbar?

Druckdatei

Entspricht sie den Vorgaben des gewählten Druckprodukts?

Lassen Sie die finale Karte außerdem von mindestens einer zweiten Person Korrektur lesen.

Ein falscher Preis oder Tippfehler fällt bei einer Speisekarte besonders schnell auf, weil sie täglich verwendet wird.

 

Checkliste: Eine gute Speisekarte gestalten

Bevor Sie das Design abschließen, fragen Sie:

  • Sind die Gerichte logisch kategorisiert?
  • Erkennt man Kategorien auf den ersten Blick?
  • Haben Gericht, Beschreibung und Preis eine klare Hierarchie?
  • Sind die Preise leicht zu finden?
  • Sind alle Texte gut lesbar?
  • Funktioniert die Karte auch bei der tatsächlichen Beleuchtung?
  • Gibt es ausreichend Freiraum?
  • Sind Beschreibungen kurz und konkret?
  • Werden Symbole verständlich erklärt?
  • Sind vegetarische oder vegane Optionen klar gekennzeichnet, wenn Sie diese Markierungen verwenden?
  • Sind notwendige Verbraucherinformationen berücksichtigt?
  • Passen Farben und Typografie zur Marke?
  • Sind verwendete Fotos professionell und aktuell?
  • Funktionieren alle QR-Codes?
  • Sind alle Preise aktuell?
  • Wurde die Karte in Originalgröße getestet?
  • Hat eine zweite Person alle Inhalte geprüft?

Wenn Sie mehrere dieser Fragen nicht eindeutig mit Ja beantworten können, lohnt sich eine weitere Überarbeitungsrunde.

 

Häufig gestellte Fragen zur Gestaltung von Speisekarten

Wie gestaltet man eine gute Speisekarte?

Eine gute Speisekarte verwendet klare Kategorien, gut lesbare Schriftarten, eine erkennbare Informationshierarchie und kurze, verständliche Beschreibungen. Gäste sollten Gerichte, Preise und wichtige Informationen schnell finden können.

Was gehört auf eine Speisekarte?

Typischerweise enthält eine Speisekarte Kategorien, Namen der Gerichte oder Getränke, Preise und bei Bedarf kurze Beschreibungen. Abhängig vom Angebot können weitere Kennzeichnungen und Verbraucherinformationen erforderlich sein.

Welche Schrift eignet sich für eine Speisekarte?

Die wichtigste Eigenschaft ist gute Lesbarkeit. Dekorative Schriften können für Überschriften eingesetzt werden, während Gerichte, Beschreibungen und Preise besser in einer klaren, gut lesbaren Schrift dargestellt werden.

Wie viele Schriftarten sollte eine Speisekarte haben?

Für viele Designs reichen ein bis zwei Schriftfamilien. Eine kann beispielsweise für Überschriften und eine andere für den eigentlichen Inhalt verwendet werden. Zu viele unterschiedliche Schriften können die Karte unruhig wirken lassen.

Sollte eine Speisekarte Fotos enthalten?

Nicht zwingend. Professionelle, konsistente Fotos können bestimmte Gerichte hervorheben. Schlechte oder uneinheitliche Bilder können dagegen vom Gesamteindruck ablenken.

Wie schreibt man gute Beschreibungen für Gerichte?

Nennen Sie die wichtigsten Zutaten oder Eigenschaften, die Gästen bei der Entscheidung helfen. Vermeiden Sie unnötig lange Texte und allgemeine Beschreibungen, die kaum Informationen liefern.

Sollte eine Speisekarte einen QR-Code haben?

Ein QR-Code kann sinnvoll sein, wenn er einen klaren zusätzlichen Nutzen bietet, beispielsweise eine aktuelle Wochenkarte oder weitere Informationen. Er sollte die gedruckte Karte ergänzen und klar beschriftet sein.

Wie oft sollte eine Speisekarte aktualisiert werden?

Immer dann, wenn sich relevante Informationen ändern – beispielsweise Preise, Gerichte, Zutaten oder verfügbare Angebote. Überprüfen Sie die Karte regelmäßig, damit Gäste keine veralteten Informationen erhalten.

Wie hebt man besondere Gerichte auf der Speisekarte hervor?

Sie können einzelne Gerichte durch eine dezente Box, ein Symbol, eine andere Schriftstärke oder eine Kennzeichnung wie „Empfehlung des Hauses“ hervorheben. Verwenden Sie solche Hervorhebungen sparsam.

Wie groß sollte eine Speisekarte sein?

Die Größe hängt von der Anzahl der Gerichte, Kategorien, Beschreibungen und dem gewünschten Layout ab. Wählen Sie ein Format, das ausreichend Platz für gut lesbare Inhalte bietet, statt Texte zu stark zu verkleinern.

Was ist besser: gedruckte oder digitale Speisekarte?

Beide können unterschiedliche Vorteile bieten. Gedruckte Karten sind direkt verfügbar und Teil des physischen Restauranterlebnisses. Digitale Karten können zusätzliche Informationen bereitstellen und je nach System leichter aktualisiert werden. Viele Betriebe können beide Varianten kombinieren.

Wie kann man eine Speisekarte übersichtlicher machen?

Reduzieren Sie unnötige Inhalte, bilden Sie klare Kategorien, verwenden Sie eine erkennbare typografische Hierarchie und lassen Sie ausreichend Abstand zwischen einzelnen Gerichten und Bereichen.

 

Eine gute Speisekarte macht die Entscheidung einfacher

Die beste Speisekarte ist nicht automatisch diejenige mit dem aufwendigsten Design.

Sie ist die Karte, bei der ein Gast nicht darüber nachdenken muss, wie die Karte funktioniert.

Er erkennt die Kategorien.

Findet Gerichte, die ihn interessieren.

Versteht die Beschreibungen.

Sieht die Preise.

Erkennt relevante Kennzeichnungen.

Und kann eine Entscheidung treffen.

Das Design arbeitet dabei im Hintergrund.

Farben, Schriftarten, Bilder und Papier unterstützen den Charakter Ihres Restaurants, Cafés oder Ihrer Bar – aber sie sollten niemals die Orientierung erschweren.

Beginnen Sie deshalb mit Ihren Inhalten.

Ordnen Sie sie.

Reduzieren Sie, was nicht benötigt wird.

Schaffen Sie eine klare Hierarchie.

Und gestalten Sie erst danach die Karte darum herum.

Wenn Ihr Layout fertig ist, können Sie bei Overnight Prints Speisekarten gestalten und drucken und eine gedruckte Karte erstellen, die zu Ihrem Gastronomiekonzept passt.

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